Werkstatt

Die Mutter der Offroad Buggys 1:10

Tamiya SRB Racer

Hier beschreibe ich euch die Restauration eines Tamiya Rough Rider und Umbau zu einem Vintage RC-Offroad Racer.
Den Anfang der 1:10 RC Elektro Off-Road Klasse begründete 1979 der Tamiya Rough Rider mit Einzelradaufhängung, Öldruckstoßdämpfer und großen Gummiprofilreifen.
Überall auf der Welt wurden in den frühen 80er Jahren RC-Buggyrennen gefahren. Die Baukastenmodelle waren aber für den richtigen Wettbewerb nicht richtig ausgelegt.
Die Offroader wurden getuned und modifiziert.

Da war doch noch etwas!

Als ich Anfang der 1980er Jahre meinen ersten E-Buggy (Bolonka Digger10) hatte und damit Rennen fuhr, hatte ich oft im RC-Car-Magazinen über den großen Teich geschaut. Was die US-Boys da mit ihren Tamiya Buggys machten, konnten wir hier gar nicht richtig nachvollziehen. Da war man uns hier in „Good Old Germany“ um Jahre vor raus, in Sachen Gewicht, Fahrwerk, Getriebe und Antriebstechnik und und und. Für die damaligen Verhältnisse waren die Sachen aus den Staaten hier auch noch schweine-teuer!
Aber da war halt noch so ein Traum. Ein offenes Projekt: „Einmal einen dieser amerikanischen Tamiya SRB-Racer fahren.“ Voll mit Tuningteilen von CRP, MIP, RCH, PARMA, …
Also ich meine auch FAHREN. Diese komplett umgebauten Buggys sind sehr, sehr selten zu bekommen und sehr teuer. In Europa so gut wie gar nicht zu sehen. Was man im Netz zu sehen bekommt steht hochglanz poliert in der Vitrine. Der Wertverlust bei einem Kratzer oder evtl. sogar Fahrspuren ist gar nicht auszumalen.

Was dann folgt und einem Sammler auch viel Spaß macht ist – Internetrecherche. Was gab es denn in den 80ern alles? Was gibt es heute noch und was gibt es eben nicht mehr? Darauf folgte das Konzept, mein Träumchen für meinen Tamiya SRB-Racer.

Konzept

Das Chassis sollte ein CRP-Butterfly-Chassis werden.
Das Fahrwerk hinten eine MIP Längslenker-Achse und Kyosho-Dämpfer
Stabiles Getriebe mit Kugeldifferenzial und freier Untersetzungmöglichkeit
Moderne Reifen und Felgen
Wartungsarmer BL-Antrieb und LiPo-Akkus
Lexan-Karosserie mit Heckspoiler

Das war dann auch eine laaange Reise bis dahin und ich möchte euch auch gerne daran teilhaben lassen.
Also – dann fangen wir mal an.

Mein Startingpoint

Mit einem gebrauchten Chassis und ein paar Zubehörteilen habe ich gestartet. Netter Ebay-Fund.

 

 

Inspiration

Was nun folgte waren Inspirationen in Foren, Blogs und alten Magazinen.

Meine Einkaufsliste

SRB Gearbox

Stabiles Getriebe mit Kugeldifferenzial und freier Untersetzungsmöglichkeit
Dem Alu-Getriebegehäuse ging es nun mit Dremel, Feile und Säge an die Späne. Ich habe an der Motorbefestigung einen Steg stehen lassen und verstärke diese Stelle mit einer handelsüblichen Motordistanz-Platte. Jetzt lassen sich verschiedene Motorritzel montieren.
Es kommt ein original Tamiya-Kugeldifferenzial zum Einsatz. Die Vintage Differenziale (z.B.: MIP, Thorp,… ) sind super selten und sehr teuer! Das zweite Zahnrad ist von CRP und auf die originale Antriebswelle stecke ich einen Tamiya DF-03 Slipper. Bei der Slipper Montage ist wieder etwas Handwerkkunst erforderlich. Zu guter Letzt muss die Zahnradabdeckung an den Slipper angepasst werden. Die Driveshafts sind von RC Channel.

MIP-Style Hinterachse

Über eBay habe ich einen altes TAMIYA SAND SCORCHER-Chassis bekommen.
Das CRP-Style Chassis bekommt man heute noch neu über FACTORY WORKS.
Die größte Hürde für dieses Projekt war die MIP-Style Hinterachse. Die Epoxyteile bekommt man auch über FACTORY WORKS. Die Kugellagerschalen und den Vierkantblock findet man bei Shapeways. Und dann war erst einmal Ende der Fahnenstange.
Aus dem vorhanden Material und Bildern aus dem Internet wurden die fehlenden Teile nach konstruiert und bei einem Metallverarbeiter in Auftrag gegeben.

Fahrwerk und Lenkung

Ich benutze Stoßdämpfer von Kyosho (Kyosho OT235R & OT236R). Diese Dämpfer sind perfekt für das Vintage SRB Projekt. Der Stabi an der Hinterachse ist selbstgemacht. Die Team Associated (BD6) „moderne“ Flügelhalterung wurde in die Dämpferbrücke integriert. Der Heckspoiler (Lexan) wurde den Aluminiumflügeln aus der damaligen Zeit nachempfunden.
Bei der Lenkungsgeometrie habe ich mich letztendlich für den Klassiker entschieden: Direktanlenkung. Die CRP-Style Servohalterung war bei Shapeways erhältlich. Der Bumper ist von ProLine. Die Shory LiPo-Halterung ist auch selbstgemacht und verstellbar.

Bodywork

Die Lexankarosserie stammt bei diesem Vintage-Buggy von: Sabula und heißt: Bolink Funco SS1 Team Associated RC10.
Ich habe die Karosserie kurz ausgeschnitten. Dies war bei den Vintage-RC-Cars in den alten Tagen so üblich.

Chassis MK.I

Chassis MK.II